Gerlinde Behrendt

Privat: Seit 1974 in Berlin, seit 1978 in Charlottenburg im ehemaligen Sanierungsgebiet Klausenerplatz, studierte Theaterwissenschaftlerin/Musikwissenschaftlerin mit beruflichem Schwerpunkt auf Museums- und Kulturprojekten. Beruflich am Computer seit 1986, selbständig als Webdesignerin seit 2001.

Politisch: 15 Jahre bei der SPD als Abteilungsvorsitzende, Bezirksverordnete und Fraktionsgeschäftsführerin, bis ca. 2000. Dann habe ich mich auf mein berufliches Fortkommen konzentriert. Als Freiberuflerin mache ich seit Jahren die Erfahrung, dass die Menschen in meinem geschäftlichen Umfeld das Internet als gefährlich oder zumindest unseriös einschätzen. Ich führe das direkt auf die nicht sehr umsichtige und teilweise auch unfähige Politik der regierenden Parteien zurück. Daher hat mich die Vernetzungsstrategie der Piraten seit der Bundestagswahl 2009 eher interessiert.

Versäumnisse und falsche Weichenstellungen in allem, was die Regierungsparteien als “Zukunftstechnologien” ansehen, wirken sich in meinem Berufsfeld direkt als Standortnachteil aus. Bei den Grünen war am Beispiel des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages  zu sehen, dass hier das Thema “Neue Technologien” als schmückendes fortschrittliches Aushängeschild gern genutzt wird.  Im Koalitionspoker wurde es dann aber als “Verhandlungsmasse” schnell wieder aufgegeben. Die Piratenpartei scheint mir daher zur Zeit die einzige Partei zu sein, für die das Internet ein “hartes” Politikthema ist.

Aber was kann man dafür auf Bezirksebene tun? Zunächst einmal ist die kommunale Ebene wichtig, weil hier direkt “an der Basis” Politik gemacht und Einfluss ausgeübt werden kann. Für Webworker sind meines Erachtens die Bereiche Wirtschaft, Stadtplanung und Kultur interessant – Bereiche, die für eine effektive Weiterentwicklung der Kreativ- und Technologiewirtschaft geeignet sind. Ein anderes sympathisches Thema der Piraten ist für mich das Grundeinkommen, das kann einen Diskussionsprozess im Sozialausschuss auslösen. Großen Nachholbedarf sehe ich in Sachen Transparenz – gerade in den recht zugeknöpften Bezirksverwaltungen. Mehr Transparenz ist in jedem Fall bei den Verkäufen von Grundstücken aus kommunalem Besitz zu fordern.