Die Spielplatzkommission 2020, also die eine

Dass es die einzige Sitzung des Jahres bleiben wird, ist nur in Teilen dem aktuellen Coronavirus zu verdanken. Was man diesem jedoch zu Gute halten kann, ist der Sitzungsort, nämlich der 1914 – und gewiss nicht das Dümmste, was in dem Jahr gemacht wurde – recht liebevoll gestaltete Intarsiensaal.

Nach ordnungsgemäßer Begrüßung, Feststellung der Tagesordnung und Annahme des Protokolls der letzten Sitzung (Dezember 2019) gibt es in einem außergewöhnlich konzentriertem Treffen recht viel zu erfahren:

Kita- und Spielplatzsanierungsprogramm 2020

Hierfür stehen 2020 430.000 Euro zur Verfügung. Letztes Jahr war es noch rund dreimal so viel. Davon wurden zwei im Vorjahr begonnene Spielplätze vollendet, zwei werden demnächst fertig, einer (mit inklusiven Geräten für Kleine) wird morgen begonnen. Der Spielplatz am Rüdesheimer Platz soll auch Ende Oktober fertig werden. Auf dem Ludwigkirchplatz werden vor allem Wege instandgesetzt. Wenn noch unverbrauchtes Geld aus anderen Bezirken nachkommt, stünden Nachrücker zur Sanierung schon fest.

Spielplatz für den Eichkamp

Das Kiezbündnis hat 29.804 Euro gesammelt, die der Bezirk mit 15.000 Euro ergänzt und die Initiative für ihre Aktivität und die gute Zusammenarbeit lobt. Der Spielplatz soll zu Nikolaus fertig werden und wir dürfen gespannt sein, wie die auch inklusiven Pläne umgesetzt wurden.

Verwendung von Ablösebeträgen für öffentliche Spielplätze

Aus den Neubauvorhaben Pascalstraße und Arcostraße ergaben sich insgesamt 320.000 Euro. Diese wurden verwendet für die Spielplätze:
Sömmeringstraße: ein Spielgerät für 5- bis 11-jährige,
Gierkeplatz: Erneuerungen,
Eosanderstraße: Erneuerungen,
Am Spreebogen: Reparaturen,
Galvanistraße: teilweise aus dem Schatten heraus verlagert,
Mindener Straße: Geräte für Kleinstkinder.
Es gibt weiterhin nur Stichproben, ob Auflagen der Bauordnung erfüllt wurden (Spielplätze gebaut oder wenn nicht, Ablöse bezahlt). Der Stadtrat fürchtet, dass in den meisten Fällen die Situation unbefriedigend ist (z. B. eine rostige Schaukel hier und dort, wenn überhaupt). Hier müsste der Senat tätig werden, da es der Bezirk mit eigenen Mitteln nicht leisten kann.

Fragen an und Antworten von der Verwaltung

Harry-Potter-Spielplatz (im Volkspark Wilmersdorf)

Auf Initiative des Kinder- und Jugendparlaments (KJP) wurden Schulen und Kitas zur Beteiligung gebeten, mit geringer Resonanz. Nur zwei Schulklassen und eine Kita brachten sich ein (insgesamt 100 Zeichnungen und Vorschläge). Ein vorgesehener Modellbau zusammen mit den Kindern ist der Pandemie zum Opfer gefallen. Herr Schmidt wird gebeten, die eingereichten Vorschläge auf Machbarkeit zu prüfen. Mögliche Geräte werden danach auf den Seiten des KJP zur Abstimmung gestellt.
Der Platz könnte 800.000 Euro kosten. Erst Ende nächsten Jahres ist sicher, ob es genug Geld geben wird. Baubeginn wird vermutlich 2022/23 sein. Es handelt sich übrigens um den größten Spielplatz im Bezirk.

Erneuerung Bolzplatz Klausingring

finanziert von Stadtumbau West. Erst nach der Unterschrift der Bauplanungsunterlage gab es eine Beteiligungsveranstaltung, wobei weitgehend, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, die geringe Fläche des Bolzplatzes bemängelt wurde. -> Abstimmungsmurks. Eine Neuplanung wäre schon möglich, würde den Baubeginn, der für diesen Herbst vorgesehen ist, aber um gut zwei Jahre verzögern.

Instandsetzung privater Spielplätze

Problem: lt. Bauordnung dürfen bestehende Spielplätze, die renoviert werden müssten, z. B. wenn dort gar keine Kinder mehr wohnen, nicht abgelöst werden. Ansonsten wird, wie bereits erwähnt nicht kontrolliert.

Beschwerdemanagement an Spielplätzen

Es gibt die Möglichkeiten via E-Mail an gruenflaechen@charlottenburg-wilmersdorf.de, per Telefon (9029-18207 ist die aktuelle und richtige Nummer), oder Nachricht ans Ordnungsamt. Jede Meldung wird vom Grünflächenamt dankbar angenommen und zeitnah bearbeitet. Es wird sich auch zurückgemeldet. Herr Schmidt telefoniert übrigens lieber als er schreibt.

Verschiedenes

  • Der Bezirk hat ein großes Defizit an Spielplatzflächen, durchschnittlich ist der Bedarf nicht einmal zur Hälfte gedeckt.
  • Es gibt niemanden, der den bezirklichen Website (Teil Spielplätze) überarbeiten kann.
  • Dr. Hein vom Umweltamt, Fb Naturschutz stellt sich vor. Er ist seit 8 Wochen für die Planung von Spielplätzen zuständig. Als erstes soll der Bestand aufgenommen werden. Frau Garcia, ebenfalls neu in der Abteilung, berichtet von Berliner Spielplatzausschuss und der Planung einer App über Spielplätze.
  • Der Bezirkselternausschuss Kita (BEAK) hat den Pippi-Langstrumpf-Spielplatz nach Beschwerden inspiziert, Bodenproben entnommen und einen 6-seitigen Bericht verfasst und lobt die schnelle Reaktion des Grünflächenamtes.
  • Frage zum Sandaustausch am Ludwig-Barnay-Platz:
    vollständiger Austausch erfolgt üblicherweise bei Erneuerung der Spielplätze. Vor Ort gibt es auch Ärger wegen unangeleinter Hunde usw. Der Platz ist unglücklich gestaltet und eine Umgestaltung wäre eine gute Idee.
  • Bei Bauarbeiten auf Spielplätzen gibt es üblicherweise ein Info-Schild mit Kontaktdaten.
  • Das Grünflächenamt ist auch für „Erwachsenenspielplätze“ zuständig.
  • Heidelberger Platz und Kufsteiner Straße: Skateranlagen
    Am Heidelberger Platz (von Nutzer:innen zusammen mit Fachfirma entworfen) fehlt noch ein Teil, ebenfalls das Geld dafür.
    Skateranlagen sind nicht nur teuer, sondern auch lärmintensiv, weshalb es nicht einfach ist, Platz dafür zu finden. Für fehlende Mülleimer und Beleuchtung ist SenBauWohn zuständig.
  • Die nächste Sitzung soll Anfang Januar stattfinden.

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