Alle Jahre wieder …. die Spielplatzkommission

Nein, man soll natürlich nicht übertreiben und in Wirklichkeit ist die letzte Sitzung des Gremiums ja auch erst 11 Monate her. Da es aber laut Beschreibung auf den Bezirksseiten viermal im Jahr tagen sollte, gibt es dafür Unverständnis bis Unmut und das Kinder- und Jugendparlament (KJP) hatte dazu sogar schon im April über die BVV-Vorsteherin einen Antrag an die BVV gestellt, der seither allerdings irgendwo im Ausschuss ruht. Der für die Einberufung zuständige Stadtrat Schruoffeneger fand, es hätte nicht genügend Vorschläge zur Tagesordnung gegeben, dem widersprochen wird und er verspricht, mit anscheinend geringer Begeisterung, in Zukunft wieder zum ursprünglichen Rhythmus zurückzukehren.
In der Folge wird die Niederschrift der vorherigen Sitzung angenommen, wobei sich wohl niemand genau an die enthaltenen Einzelheiten erinnert.

Eichkamp-Spielplatz

Ein Vertreter und eine Vertreterin der Nachbarschaftsinitiative Eichkamp, die sich seit zwei Jahren für einen Spielplatz auf einem Gelände des Sportamts an der Waldschulallee einsetzt, stellen den aktuellen Stand der Planungen vor. Da der Platz quasi mittig zwischen den Siedlungen Eichkamp und Heerstraße liegt, wurde auch die dortige Initiative miteinbezogen, ebenfalls sind Kontakte zu den umliegenden Inklusionsschulen vorgesehen. Es soll ein weitgehend „inklusiver Begegnungsspielplatz“ werden, wofür auch schon Firmen für passende Spielgeräte gefunden wurden und was da so auf dem herumgereichten Plan gezeigt wird, macht einen guten Eindruck. Kontakte und Abstimmungen mit dem zuständigen Grünflächenamt bestehen anscheinend regelmäßig und die Bauarbeiten sollen beginnen, wenn die aktuelle Spendensammlung erfolgreich ihr Ziel erreicht hat. Dafür wird noch ein Website erstellt. Der Bezirk hat auch quasi zugesagt, die Kosten für eine Doppelschaukel und Bänke zu übernehmen.

Es ist klar, dass der Bau von notwendigen Spielplätzen – der Teilbezirk Charlottenburg hat seit Jahrzehnten den letzten Platz bei der Spielplatzdichte – nicht Aufgabe von Privatmenschen aus der Nachbarschaft sein kann –  und dass es freie Flächen dafür gibt, ist ohnehin extrem selten. Dass sich hier Leute – in einem zugegebenermaßen und vergleichsweise wohlhabenden Umfeld – gemeinsam selbst organisiert haben, um einem Missstand abzuhelfen und dabei auch noch die, in Deutschland schwer vernachlässigte, Inklusion aller Kinder im Blick hat, verdient gleichwohl außerordentliches Lob, die besten Wünsche und nicht zuletzt reichlich Spenden. Wer hier unterstützen möchte, kann sich direkt an die Initiative, deren bislang private Kontaktadresse ich hier nicht veröffentlichen möchte, wenden bzw. mich danach fragen.

Umsetzungsstand KSSP-Programm 2019

KSSP: Kita- und Spielplatzsanierungsprogramm
Es wurden beim Senat 9 Spielplätze zum Umbau angemeldet und die Mittel dafür bewilligt. Für zwei weitere Plätze gab es Geld aus von anderen Bezirken nicht abgerufenen Mitteln. Insgesamt 1,2 Mio Euro.

Schon fertiggestellt sind die Spielplätze Cauerstraße, Holsteinische Straße, Forckenbeckstraße und Eisenzahnstraße. Drei weitere sind noch im Bau und die Arbeiten an den übrigen sollen noch in diesem Jahr begonnen werden.
Ein Problem ergibt sich für die Finanzierung der beiden nachträglich bewilligten Spielplätze aus einer Verteuerung der Leistungen. Hier hofft unser Grünflächenamt auf möglicherweise weitere von anderen Bezirken zurückgegebenen Geldern. Ein großes Lob haben Herr Schmidt und Kollegen auch hier für ihren kaum je ermüdenden Einsatz für die Spielflächen im Bezirk verdient. Danke!

Die aktuelle Planungsliste für Sanierungen gibt es zur nächsten Sitzung.

Verschiedenes
  • Nach Beschwerden über eine als rassistisch empfundene Figur auf einem Spielplatz wurde diese umgestaltet.
  • Es gibt wohl eine Kooperationsvereinbarung zwischen den Abteilungen Grünflächen und Jugend zur Beteiligung von Interessierten bei der Spielplatzneugestaltung. Das Thema wurde schon öfter angesprochen und es gab auch immer wieder vergleichbare Anträge an die BVV dazu. Erneut wird auf die möglichen zeitlichen Schwierigkeiten, gerade bei Umbauten, hingewiesen und manche Versuche, z. B. umliegende Kitas miteinzubeziehen hatten kaum Erfolg. Eigentlich fänden es alle gut, jedoch …..
  • Es gibt den Vorschlag, wieder öfter Vororttermine der Spielplatzkommission, vor allem im Sommer, anzusetzen.
  • Aus dem KJP kommt der Wunsch nach einem Themenspielplatz „Harry Potter“, der aus Urheberrechtsgründen allerdings anders heißen müsste. Wenn einer der großen Spielplätze zum Umbau ansteht, wird sich Herr Schmidt mit dem KJP in Verbindung setzen.
  • Auch schon öfter angesprochen: der Wunsch des KJP nach Hinweisen auf die UN-Kinderrechte auf Spielplätzen. Ein gemeinsames Projekt mit dem Kindermuseum zur Herstellung von Schildern mit entsprechenden Piktogrammen ist leider an fehlender Finanzierung gescheitert. Selbst gestaltete Plakate an einem Jugendclub fielen bei Bauarbeiten überfleißigen Werktätigen zum Opfer.
  • Seit der Änderung der Bauordnung 2005 besteht keine gesetzliche Pflicht mehr zur Bauabnahme und es fehlen damit auch Instrumente zur Kontrolle, ob bei privaten Bauten, wenn nicht finanzieller Ersatz geleistet worden ist, die Spielplatzpflicht eingehalten wurde. Auch für eine amtliche Kontrolle älterer Spielplätze auf ihren Zustand bzw. ob sie noch vorhanden sind, besteht keine Möglichkeit. Eine inoffizielle Begehung von 32 neueren Gebäuden zeigte, dass 70% davon, teilweise nach einer Erinnerung der Bauherren und der Ankündigung, dass ansonsten eine Ablöse fällig wäre, zufriedenstellende Spielplätze hatten.
    Eine gute Idee wäre an der Stelle eine Art TÜV, womit beispielsweise alle zwei Jahre der Zustand überprüft würde. Besonders wichtig wäre es bei öffentlich zugänglichen Spielflächen in größeren Wohnhausanlagen, bei denen die Sicherheit dem guten Willen der jeweiligen Eigentümer überlassen bleibt.
  • Auf etlichen Spielplätzen fehlen inzwischen die Hinweisschilder. Bei Problemen mit Hunden – Besitzer und Besitzerinnen wissen üblicherweise vom Hundeverbot – ist das Ordnungsamt die richtige Ansprechstelle.
    Hinweis: die Telefonnummer, die für Mängelmeldungen und dergleichen auf den vorhandenen Schildern steht, gibt es inzwischen nicht mehr. Eine Reaktivierung wird geprüft. Bis dahin steht für Beschwerden oder Lob dieses Formular zur Verfügung.
  • Die nächste Sitzung soll am 02. oder 09.12. stattfinden. [Wir sind gespannt ……]

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