Neues aus dem Behindertenbeirat, u. a. Personalnot im Gesundheitsamt

Der Hauptfahrstuhl im Rathaus ist seit Tagen kaputt, was manche Teilnehmer des Beirats zu einer kleinen Rundfahrt im Haus zwang, um überhaupt den BVV-Saal erreichen zu können. Und die Akustik dort ist nach wie vor bei Sitzungen ohne Lautsprecheranlage so miserabel, dass sich diejenigen, denen die Induktionsschleifen mangels Hörgerät nichts nützen, ganz schnell hörbehindert fühlen.

Zur Situation der Sozialdienste im Gesundheitsamt berichteten zwei dort Angestellte und es war nicht schön, was sie zu sagen hatten: Personalmangel insbesondere bei der Beratungsstelle für behinderte Menschen und des Sozialpsychiatrischen Dienstes. Dass es in zwei anderen Bezirken noch trauriger aussieht, tröstet wenig und die übliche Diskussion zu schlechter Bezahlung, zu wenig Bewerbungen usw. hilft auch nicht. Was die Löhne betrifft, scheint sich der Rat der Bürgermeister beim Senat bzw. gegenüber dem Personalrat nicht durchsetzen zu können. Ob die fehlenden Stellen überhaupt ausgeschrieben wären, ist unklar. Herr Naumann lobt sein Zentrales Bewerbungsbüro. Wo sich dieses findet oder wo gar Stellenausschreibungen auf den Seiten des Bezirks stehen, dürfte nur wenigen Eingeweihten bekannt sein. Wenn schon so dringend Personal gesucht wird, könnte man das ja sicher auch gleich auf der Eingangsseite mit der schönen Überschrift „Stellenangebote“ verlinken. [Ja, gut, ich habe die Seite trotzdem gefunden und verrate sie: -> hier]
Der Beirat beschließt einen Antrag, dessen Text unser Bürgermeister diktiert, hier wörtlich: „Der Beirat von und für Menschen mit Behinderungen fordert das Bezirksamt auf – Komma – die freien Stellen in der Beratungsstelle für Menschen mit Behinderungen, Krebserkrankungen und fortgeschrittenem Lebensalter unverzüglich zu besetzen. Der Beauftragte, der im Übrigen immer noch keine Bürokraft zur Verfügung hat, wird dies so schreiben.

Etwas erfreulicher ist der Bericht von Herrn Friedrich zu den Führungskräfte- und Sensibilisierungsworkshops bei der Abteilung für Bürgerdienste und Ordnungsangelegenheiten. Hier zeigten sich sowohl Führungskräfte wie auch Angestellte sehr aufgeschlossen und wünschten sich noch weitere Sensibilisierungsangebote.

Aus der BVV wurden die Beschlüsse DS 0821/5 und DS 0860/5 zur Barrierefreiheit in Schwimmbädern, speziell im Alten Krummebad erwähnt. Das müsste jetzt schon die vierte Wahlperiode sein, in der diese Forderungen gestellt werden. Ob die Berliner Bäderbetriebe diesmal darauf hören? Zumindest war unser Antrag 2014 erheblich deutlicher formuliert – und wurde von den Bäderbetrieben dennoch ignoriert.

Verschiedenes:

  • Der U-Bahnhof Blissestraße ist seit 01.11. mit einem Fahrstuhl ausgestattet. Am U-Bahnhof Jakob-Kaiser-Platz wird an der Barrierefreiheit gearbeitet. 2020 sollen die Bahnhofe Kaiserdamm und Neu Westend folgen.
  • Die Fahrdienste, vor allem die kleineren unter ihnen, bitten um kurzfristigere Bezahlung.
  • Es gibt eine bunte Broschüre der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen mit Projektbeispielen zu Design for all.
  • Der Entwurf zur neuen Wohnungsverordnung eben dieser Senatsverwaltung wird von den Behindertenbeauftragten der Bezirke wegen erheblicher Mängel – beispielsweise sind keine voll umfänglich rollstuhlgerechten Wohnungen darin mehr vorgesehen – abgelehnt.
  • Der Beirat beschließt ein Schreiben an die Postbank, in dem diese aufgefordert wird, die Filiale Soorstraße barrierefrei umzubauen.

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