Spielplatzsanierungen, Inklusion und Garstigkeiten dazu

Sanierung des Geländes von Jackie

Das Team von Jackie beschreibt die Vorstellungen des mädchenorientierten Projekts am Jakob-Kaiser-Platz dazu. Gelder kommen aus Mitteln des Stadtumbaus und sind bereits reserviert. Dazu hatte es eine Veranstaltung mit recht großer Resonanz im Kiez gegeben, ebenso eine Anwohnerbefragung und auch die Ideen der beteiligten Mädchen sind in die Planung eingeflossen. Nicht nur das Grünflächenamt freut sich über die rege Beteiligung und auch die große Akzeptanz der Umgebung für das Freizeitgelände und seine Nutzerinnen.

Als erstes soll der Basketballplatz im kommenden Sommer wiederhergestellt werden. Weitere Maßnahmen erfolgen vermutlich ein Jahr später, abhängig von der Fertigstellung des benachbarten U-Bahnausgangs.

Alles in allem erfreuliche Nachrichten. Alleine der Herr der sogenannten Alternativpartei stellt Fragen nach Mitteln zur Förderung von Jungenspielplätzen und zeigt sich mehr polemisch als informiert oder gar vorbereitet. Sonst wüsste er unter anderem auch, dass von üblichen Bolzplatzsanierungen zu rund 90% männliche Kindern und Jugendliche profitieren, wozu bereits Untersuchungen stattgefunden haben.

Umsetzungsstand Kita- und Spielplatzsanierungsprogramms (KSSP) des Senats

Für das Jahr 2018 wurden dem Bezirk Mittel für 7 Spielplätze bewilligt. Alle Maßnahmen konnten bis August fertiggestellt werden. Zwei weitere Plätze fielen leider zugunsten von Kitas aus dem Programm.
Auf den Plätzen wurden teilweise Rindenmulch durch Sand ersetzt, ein paar befahrbare Wege eingerichtet, Bäume und anderes Grün gepflanzt, Geräte erneuert und teilweise besser an die nutzenden Altergruppen angepasst und ein bisschen mehr auf Inklusion geachtet.

Sehr gerne hätte das Amt auch mehr Beteiligung der Nutzerinnen und Nutzer möglich gemacht.  Beim KSSP-Programm und der dabei knappen Zeit zwischen Bewilligung und Ausführung der Maßnahmen, ist jedoch nicht viel mehr zu schaffen als das eine oder andere Gespräch mit Kitas aus der Nähe. Inzwischen gibt es allerdings ein Rahmenkonzept der Senatsverwaltung, das für unseren Bezirk gerade noch in Arbeit ist, welches Beteiligungsrollen festlegt und nach dem der Jugendbereich (zur pädagogischen Steuerung) einbezogen werden soll. Dies wird auch nicht bei allen, aber wenigstens mehreren Baumassnahmen durchgeführt werden können.

Auch das klingt recht gut und besonders auch, dass das Grünflächenamt den Anspruch hat, auf jedem Spielplatz nach und nach wenigstens einzelne barrierefreie Angebote vorzusehen. Ja klar, ginge da noch mehr, aber wenn sich unter den gegebenen Umständen die zuständigen Leute deutlich bemühen, muss man sich auch nicht jedes Mal wieder extra beschweren.
Erneut meint der bereits erwähnte Herr, mit der offensichtlich ganz und gar nicht freundlich gemeinten Frage nach den Kosten für rollstuhltaugliche Wege und andere inklusiven Massnahmen, unangenehm auffallen zu müssen. Ob es denn überhaupt Bedarf gäbe und sich die Ausgaben lohnen würden. Was, wenn da vielleicht nur zwei Kinder mit Behinderung hinkämen? Der Mann hat eindeutig keine Ahnung, spricht aber gerne und geniert sich noch nicht einmal vor dem anwesenden gehörlosen Mitglied des Kinder- und Jugendparlaments (KJP) für seine abwertenden Äußerungen. In der Runde wird sich fremdgeschämt und gleichzeitig wohlerzogen versucht, sein Wissen wenigstens ein bisschen zu erweitern. Schließlich erklärt Herr Heyne – manchmal muss ich ihn wirklich loben – dass eine Gesellschaft nur so stark wie ihr schwächstes Glied ist. Damit ist das Thema hoffentlich erledigt.

Nein, doch nicht ganz, denn Frau Busse stellt auch noch mitgebrachte Fragen zur Inklusion auf Spielplätzen, beispielsweise am Olivaer Platz. Sich da über die Vorgeschichte ein wenig zu informieren, wäre jetzt nicht ganz verkehrt gewesen. So findet der Herr, der leider schon wieder erwähnt werden muss, erneut die Gelegenheit, sich recht bösartig zu äußern. Dabei verwechselt er Herrn Heyne mit Herrn Recke, obwohl er als Bezirksverordneter beide inzwischen kennen sollte, und hält sinngemäß Ausgaben für Inklusion für Verschwendung, die, seiner Meinung nach, den Menschen im Bezirk gegenüber nicht begründet werden könnten. [Keine Sorge, die Leute in Charlottenburg-Wilmersdorf sind glücklicherweise in ihrer weit überwiegenden Mehrheit menschenfreundlicher, offener und herzlicher als dieser Herr und seine Partei.]

Übrigens erfahren wir nebenbei, dass es einmal einen speziellen Spielplatz an der Livländischen Straße für Kinder mit Behinderungen gegeben haben soll. Das muss zu Zeiten gewesen sein, als die Kenntnisse noch nicht so weit waren, therapeutische von inklusiven Spielplätzen zu unterscheiden. Infolge von Vandalismus hat er sich nicht bewährt, was mit Erfahrungen aus Italien, wo Inklusion seit Jahrzehnten gesetzlich vorgeschrieben, wenn auch noch immer nicht überall umgesetzt ist, übereinstimmt. So eine Rollstuhlschaukel, die andere Kinder nicht benutzen dürfen, ist schließlich auch lieb gemeint, aber eben nicht inklusiv.

Wasserspielplätze

Derzeit gibt es 24 Spielplätze mit Wasserpumpen. Auf 14 Plätzen wurde eine neue Art von leichtgängigeren und vor allem robusteren Pumpen eingebaut. Die Erfahrung damit ist ausgezeichnet, so dass in Zukunft nur noch diese Modelle benutzt werden sollen.

Verschiedenes

  • Das Gelände am Eichkamp, auf dem eine Bürgerinitiative, die sich bei einer vorigen Sitzung vorgestellt hatte, gerne einen Spielplatz hätte, gehört zum Fachvermögen Sport. Das Grünflächenamt würde einen Spielplatz an der Stelle begrüßen, ist aber derzeit nicht zuständig.
  • Der Bebauungsplan Olivaer Platz kommt im November in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV).
  • Seit den 1970er Jahren ist bei Wohnbauten ab einer gewissen Größe der Bau von Spielplätzen bekanntlich Pflicht oder eine zweckgebundene, finanzielle Ablöse an den Bezirk. In Berlin fanden Jahrzehnte lang keine Überprüfungen dazu statt. Im Bezirk gibt es eine Liste von 32 Grundstücken (Neubauvorhaben der letzten zwei Jahre; über ABM-Maßnahme überprüft): 17 Spielplätze wurden errichtet oder Ausgleichszahlungen geleistet, 7 sind noch nicht fertig, zwei waren doppelt gezählt, bei zwei weiteren Flächen war keine Wohnbebauung vorgesehen. Am Ende der Baumassnahmen werden sie von der Bauaufsicht abgenommen und in der Folge sind die Eigentümer der Gebäude für den Zustand verantwortlich. Beschwerden sind bitte an diese zu richten.
    An der Stelle bittet Herr Schmidt vom Grünflächenamt auch um ein wenig Eigeninitiative. Statt sich lange zu ärgern, sind Beschwerden hilfreicher. Das gilt sowieso für die öffentlichen Spielplätze, die zwar regelmäßig überprüft werden, aber die ohnehin überlasteten Angestellten können nicht überall zugleich sein oder Dinge ahnen.
  • Nach letztem Stand sollen die vom KJP damals mitgeplanten Bänke nun doch in der gewünschten Form „KJP“ und nicht “OLI“ gebaut werden.
  • Der Bolzplatz auf dem Gelände der ehemaligen Poelchauschule fällt weg. Aus Lärmschutzgründen wird kein gleicher Ersatzplatz bei der Umgestaltung Popitzweg vorgesehen werden. Dafür findet allerdings erst im nächsten Jahr ein Wettbewerb statt.

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