Sportentwicklungsplan – die n-te und Faire Bälle und mehr

Sportentwicklungsplan

Das Thema muss wohl schon vor unserer Zeit in der BVV, also vor 2011, auf der Tagesordnung gestanden sein. Was das ist bzw. wie so etwas aussehen kann, zeigt das Beispiel aus Potsdam. (Es zeigt auch die anderen Möglichkeiten, die eine richtige Stadt im Gegensatz zu einem doppelt so großen Berliner Bezirk hat. Aber das ist eine andere Baustelle.)

Dort hat unlängst Herr Schönfeld vom Sportamt an einem Symposion teilgenommen und berichtet. Das Hand-out der Veranstaltung wird er gerne weitergeben, ebenso Unterlagen, die die Erfahrungen von Marzahn-Hellersdorf auf dem Gebiet zeigen.

Die Diskussion, in die sich auch – wie ich finde, unnötige – Spannung mischt, ergibt:

  • ein einzelner Bezirk kann, trotz aller bereits erfolgten Bemühungen, so eine Aufgabe mangels Geld und Leuten nicht leisten,
  • bisherige Versuche, u. a. gemeinsam mit anderen Bezirken und der TU oder die Weitergabe von Daten an die zuständige Senatsverwaltung, die die Aufgabe eines Sportentwicklungsplans an die Bezirke abgewälzt hat, sind quasi im Sand verlaufen, ein Fragebogen des Sportamts an Vereine und andere hat leider kaum Feedback geliefert,
  • einige Erkenntnisse, die in einer Studie weiterverarbeitet werden könnten, hat unser Sportamt gleichwohl bereits gesammelt,
  • ohne Drittmittel und der Fremdvergabe an Spezialisten wird das nichts,
  • es wäre sinnvoll, Prof. Dr. Basuhn, der entsprechende Untersuchungen bundesweit durchführt, in den Ausschuss einzuladen,
  • von den Anwesenden kennen sich nicht alle gleichermaßen gut aus,
  • die Stadträtin hat wohl schon einen Antragsvorschlag in Arbeit, dem gemäß sie aufgefordert wird, sich um Drittmittel und Haushaltsmittel zu bemühen usw. und möchte, dass der Sportausschuss diesen mitträgt.
    Des gleichen will Herr Fenske bis zur nächsten Sitzung einen Antrag vorbereiten und den Fraktionen zuleiten, dass das Geld für die Erstellung des Sportentwicklungsplans in den Haushalt eingestellt wird.
    Irgendjemand kritisiert auch frühere Verwaltungen und ich muss spontan an Geweihe und Lichtungen denken.
  • die Fraktionen werden gebeten bei ihren Leuten aus dem Bereich Stadtentwicklung herauszufinden, ob und was es dort an Diskussionsstand gibt,
  • es ist gut, wenn jemand von Landessportbund (LSB) dabei ist, der darauf hinweist, dass jeder Cent für eine professionelle Sportverhaltensstudie in Verbindung mit einem Sportentwiclungsplan auch haushalterisch sinnvoll ausgegeben ist und in Zeiten der wachsenden Stadt Planungssicherheit für 10 bis 15 Jahre ergibt.
DS 0154/5 „Klärung der Anrechnungszeiten von eigenen Sportanlagen“

Es gibt hier Unstimmigkeiten darüb, ob und wie viel Zeit ein Sportverein auf seinem eigenen Gelände auch anderen überlassen muss, wenn das Land Berlin Teile des Baus bzw. der Wiederherrichtung mitbezahlt hat. Das Hauptproblem scheint mir darin zu bestehen, dass es anscheinend keine vorherige Verabredung/Vereinbarung zwischen Senat und Verein über mögliche Bedingungen für den Zuschuss gegeben hat. Der anwesende Herr vom LSB, welcher das Vereinsförderungsprogramm verwaltet, hat jedenfalls noch nie davon gehört, dass eine vereinseigene Anlage in der Sportanlagen-Nutzungsverordnung (SPAN) landet. Es müsste den Vereinen transparent gemacht werden, dass sie Nutzungszeiten abgeben müssen, wenn die Förderung annehmen.

Weil niemand die tatsächlichen Nutzungszeiten auf dem Platz oder sonstige genaue Zahlen kennt, wird der Antrag vertagt.

(Zwischendurch kommt übrigens ein Herr der FDP, der anscheinend übersehen hat, dass Ausschusssitzungen an Freitagen bereits um 16:30 Uhr beginnen, meldet sich sogleich und fragt, worum es hier geht.)

DS 0234/5 „Fairbess auch bei Sportgeräten“

Bei diesem Thema besteht Einigkeit bei Grünen und Piraten und wir danken für die Zusammenarbeit bei dem Antrag, den Sascha Taschenberger begründet.

Eigentlich dürfte er in Berlins 1. Fairtrade Town keine Unstimmigkeiten hervorrufen. Dennoch kritisiert Herr Hintz umgehend, dass der Antrag gleich zwei Forderungen beinhalten würde. Die FDP wünscht, die beiden Absätze getrennt abzustimmen. Gewichtige inhaltliche Gegenargumente scheint es nicht zu geben, dennoch bemängelt auch Herr Matern irgendetwas – wenn ich ihn richtig verstehe, dass es hier ausschließlich um Bälle geht; bislang gibt es aber nur die im zertifizierten Fairen Handel – und erzählt eine zusammenhangsarme Anekdote über seine Tochter, die bei einem Sportfest als freiwillige Helferin nicht wertgeschätzt wurde. Herr Hintz erzählt auch eine Geschichte über fairen Kaffee. Herr Rexrodt kritisiert, dass sich der Staat irgendwo einmischt und ich vermute, dass doch noch nicht alle mitbekommen haben, dass wir seit 6 Jahren Fairtrade Town sind und was das bedeutet.

Glücklicherweise ist der bereits genannte Herr vom LSB da. Er berichtet, dass auch der LSB Teil der Steuerungsgruppe Fairtrade Town Berlin ist und gerade erst eine Initiative gestartet hat, dass Vereine Sammelbestellungen bei fairen Bällen aufgeben können, was es für sie günstiger macht.

Die LINKE erklärt ihre Unterstützung für den Antrag und tritt bei. Die CDU bittet um 2 Minuten Sitzungsunterbrechung.

Danach sagt Herr Matern, dass die CDU in sich gegangen wäre, erwähnt das jährliche Faire Frühstück morgen auf dem Mierendorfplatz und bittet um eine kleine Textänderung „…. die Veranstalter im Vorfeld zu ermutigen ….“. Gerne. (Ich freue mich für seine Parteimitglieder, die ich als regelmäßige Unterstützerinnen und Unterstützer im Fairen Handel kenne.)

Der erste Absatz wird einstimmig angenommen, beim zweiten Absatz enthält sich die FDP.

Die Tagesordnungspunkte 6 und 7 werden verschoben.

Aus den Mitteilungen:
  • Für die Tennisplätze Fritz-Wildung-Straße wurde die Nutzungsvereinbarung bis 2039 mit dem BSV 92 unterschrieben
  • Internationales Turnfest 03. – 10.06.: auch im Bezirk gibt es einzelne Veranstaltungen (siehe www.turnfest.de) Wir erfahren auch von seltenen Sportarten (Korfball, Steinschleudern u. a.) Einige Schulen werden zur Übernachtung genutzt. Das Zentrum der Veranstaltung wird das Messegelände.
  • Aus dem Bereich Sport sind fünf oder sechs Anträge auf FEIN-Mittel eingegangen. MAnche Anträge mussten gekürzt werden. Federführend ist hier jedoch die Abteilung Stadtentwicklung, die Genaueres weiß.
  • Hertha 06 hat anscheinend Probleme, seine Abteilungen aufrecht zu halten. Das Sportamt wird sich erkundigen.

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